“Späh’ mich aus” – My Blue Story

Person vor Fenster drinnen sitzend, Kopf ein Fernseher, düstere Atmosphäre

Foto: Chris Dempel/ www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc-nd)

Ich wurde misstrauisch als du anfingst, beharrlich immer wieder nach meiner Telefonnummer zu fragen.

Versteh mich nicht falsch, liebes Facebook: jahrelang warst du meine digitale Begegnungsstätte, mein Adressbuch und meine Verbindung mit Kontinenten am anderen Ende der Welt. Genauso warst du immer für mich ein Ort der Verschwiegenheit für heikle Konversationen und mein Kummerkasten. Du hattest immer ein offenes Ohr für mich, warst sogar fast begierig, dass ich alles und jedes mit dir teile.

Zu spät habe ich gemerkt, dass du eigentlich nur Interesse an meinen Nutzerdaten hattest – von Anfang an. Du hast nicht nur mein Profil nach biografischen Daten abgetastet, hast meine Freundschaften nach Vernetzungen analysiert und mich in Raster eingeteilt. Du hast meine vertraulichen Nachrichten nach Schlüsselwörtern abgesucht – wie ich viel später erst erfahren habe, lässt du noch andere meine Konversationen nach bestimmten Kriterien durchlesen.

Ich bin enttäuscht von dir, und das aufrichtig. Meine Nutzerdaten gehören mir, und ich will, wie viele andere auch, entscheiden, wer was damit tun und lassen darf. Bis dahin, liebes Facebook, bist du für mich nicht mehr und weniger das, was du ohnehin schon bist: ein herzloser Roboter.

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